Anspruch & Maxime

2. weitgehender Verzicht auf aktive Inhalte

Aktive Inhalte, sind Teile im HTML-Quellcode, die nicht direkt durch den Browser als HTML interpretiert werden, sondern zusätzliche Programme benötigen, um ausgeführt und dargestellt  zu werden. Dazu zählen insbesondere JavaScript und Flash. Um diese Inhalte auf der Internetseite darzustellen muss im Browser JavaScript aktiviert oder der Flash-Player als Programm auf dem Rechner des Nutzers installiert sein. Ist dies nicht der Fall, können bestimmte Inhalte auf der Webseite nicht ausgeführt werden.
Besonders in den Computernetzwerken von Behörden, Institutionen und größeren Firmen verfügen die Mitarbeiter (Internetnutzer) oft nicht über die Rechte, Programme auf dem Rechner zu installieren oder die Sicherheitsoptionen des Browsers zu verändern. Für diese Nutzer sind damit ggf. Teile Ihres Internetangebotes (Ihre Referenzen, Ihr Portfolio, Ihr Leistungsspektrum) unsichtbar! Ist Ihre Internetseite ein Flash-Movie, so erscheint im Extremfall nur eine weiße Seite.
Ihre Webseite entspräche damit nicht mehr den Maßstäben der Barrierefreiheit.

Wann werden aktive Inhalte eingesetzt und was sind die Folgen?

Besonders häufig wird JavaScript für Mause-Over-Effekte (Bildtausch bei Menüpunkten oder Links) eingesetzt. Aber auch JavaScript basierte Menüführungen (Pull-Down-Menüs) erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie browserunabhängig in der Darstellung funktionieren.
Auch Text- oder Bildlayer können über JavaScript-Funktionen ein- und ausgeblendet werden. Dies führt dazu, dass User ohne aktivierten JavaScript diese Inhalte nicht sehen können oder Ihnen schlichtweg die Navigationsmöglichkeit zu den entsprechenden Inhalten der Webseite verwehrt bleibt. Dies ist nicht im Sinne eines barrierefreien Zugangs einer Internetseite.

Gibt es Alternativen?

Viele JavaScript-Funktionen können auch mittels CSS-Eigenschaften von HTML-Elementen ersetzt werden. Informationen und Lösungsvorschläge zu dem Thema Alternativen Aktiver Inhalte gibt es z.B. vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Möchte man dennoch in einigen Fällen nicht auf JavaScript oder Flash verzichten, so sollte es zusätzlich die Möglichkeit geben, alle Inhalte auch über normales HTML zu erreichen. So kann alternativ zu einer reinen Flash-Seite auch eine einfache HTML-Seite angeboten werden.
Möchten Sie auf eine JavaScript-basierte Menüführung nicht verzichten,so könnte z.B. das Elternelement von Java-gesteuerten Untermenüpunkten auch eine Listen- oder Blog-Ansicht der Inhalte über einen normalen HTML-Link aufrufen. Auch eine gut strukturierte Sitemap bietet eine zusätzliche und schnelle Übersicht und Navigation.
 

Fazit:

Der Einsatz von aktiven Inhalten ist im Rahmen des Designanspruchs und der Funktionalität (Nutzer- und Zielgruppen) sorgfältig abzuwägen. Geben Sie allen Nutzern die Möglichkeit, alle Inhalte auf Ihrer Internetseite zu erreichen!

 

3. Barrierefreiheit

Wie im Alltag sollte auch in der virtuellen Welt darauf geachtet werden, möglichst keine Nutzer von Ihrem Internetangebot auszuschließen. Einem Internetnutzer, der aus seinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis heraus, JavaScript deaktiviert hat, dem wollen wir nicht ein anderes Internetverhalten diktieren.

Viele Nutzer (z.B. in Behörden oder größeren Firmennetzwerken) haben nicht die Möglichkeit die System- und Sicherheitseinstellungen zu verändern, da sie nicht über entsprechende Administrationsrechte verfügen. Daher gilt: Verzicht auf aktive Inhalte.

Ein weiteres Stichwort im Zusammenhang mit barrierefreiem Webdesign,dass sich heute fast von selbst versteht ist ein tabellenfreies Layout einer Internetseite. Dies bedeutet nicht, dass man auf Tabellen ganz  verzichtenmuss (oft bieten Sie eine sinnvolles Mittel Inhalte schnell und klar erfassbar zu machen), jedoch sollte die Grundstruktur der Seite nicht ausTabellen aufgebaut sein, da gerade Screen-Reader (Programme, die z.B. Menschen mit Sehbeeinträchtigungen Internetseiten „vorlesen“) Probleme mit verschachtelten Tabellenstrukturen haben. Für diese Menschen wird dann der Inhalt einer Webseite u.U. nicht in dem gewünschten Zusammenhang, fehlerhaft oder nur unvollständig wiedergegeben.

Weitere Informationen und was es noch zu beachten gibt im Hinblick auf das Thema Ihrer barrierefreien Webseite erklären wir Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch.



 
Letzte Aktualisierung am 08.03.2011 - Alle Rechte vorbehalten dotwerkstatt.de © 2012 | André Eißer & Steffen Eißer

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